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DIE BURG
Fotos der Wasserburg Kapellendorf
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GESCHICHTE DER BURG

ritterlich und märchenhaft


Thüringen besitzt eine Vielzahl mittelalterlicher Burganlagen. Sie sind zum Teil zu Schlössern geworden, nur wenige sind optisch wehrhafte Burgen mit verschiedenen Funktionen geblieben.
Ein solches Kleinod ist die Wasserburg Kapellendorf, die beschaulich im Tal des Ortes liegt. Sie ist seit 1998 Eigentum der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. Die Stadt Erfurt verwaltet sie als Nebeneinrichtung des Stadtmuseums „Haus zu Stockfisch“.

Der Ort Kapellendorf, im Weimarer Land gelegen, zählt heute gerade etwa 450 Einwohner und doch verbindet sich mit ihm ein bedeutendes Stück mittelalterlicher Geschichte. Die frühe Nennung als „Capelladorf“ im Jahr 833, weist ihn als einen der ältesten Orte Thüringens aus. Erst etwa 300 Jahre später errichteten die Burggrafen von Kirchberg in der Talniederung eine Wasserburg. 


Die Kirchberger Burg, die im Laufe des 12. Jahrhunderts entstand, wurde im späten Mittelalter mit dem Erwerb durch die Stadt Erfurt auf über zwei Hektar erweitert. Der Besucher kann diese erste Anlage noch gut erkennen. Das kleine in sich geschlossene Areal erhebt sich im heutigen Innenhof als „Burg in der Burg“. Wie eng Erfurt und Kapellendorf verbunden waren zeigt sich in der Bautätigkeit. Über viele Jahre war die Stadt Eigentümerin der Burg, bis sie 1509 den Besitz an die Wettiner verkaufte. Die Burg wurde zum Amtssitz. Ein gänzlicher Umbau zum Schloss erfolgte nicht, wodurch ihr der wehrhafte Charakter mit nahezu allen Elementen einer Burg, wie Türmen, Mauern, Burgküche usw. geblieben ist.

Den Beinamen „Raubritterburg“ verdankt sie einer Belagerung im Jahr 1451: Der Ritter Apel Vitztum von Roßla und sein Bruder verschanzten sich mit einer kurz zuvor überfallenen Gesandtschaft auf der Burg. Erst nach einer gütlichen Vereinbarung gelang es, die Gefangenen nach über acht Wochen zu befreien.

Kurz danach erfolgte der endgültige Verkauf der Burg. Fast drei Jahrhunderte war es still um die Wasserburg Kapellendorf, bis sie 1806 erneut ins Blickfeld der Geschichte rückte: In den Schlachten bei Jena und Auerstedt diente sie als Hauptlager der preußischen Truppen.

Neben dem Museum und den ganzjährig angebotenen Führungen in und um die Burg, gibt es ein vielseitiges Kulturprogramm.

Die Wasserburg Kapellendorf mit ihrer fast 900 Jahre alten Geschichte lädt ein, auf einen Besuch im Museum, zu einer der Veranstaltungen oder einfach auf einen Spaziergang im idyllischen Burghof oder durch den Ort Kapellendorf selbst.

Sie sind herzlich eingeladen!

Zum Weiterlesen

Biereye, Johannes: Kapellendorf, in: Heimatglocken, Sonderbeilagen der Apoldaer Nachrichten, 3/ 9, 1932.
Bünz. Enno: Adelsburg-Raubnest-Amtssitz. Die Wasserburg Kapellendorf in der mittelalterlichen Geschichte Thüringens (Jb. der Thüringer Stiftung Schlösser und Gärten, 4(2000), 2001, S. 39-50.
Laß, Heiko: Wasserburg Kapellendorf „der stad Erforde redlich verkouft“, in: Höfische Kostbarkeiten in Thüringen. Historische Anlagen der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, hg. v. Helmut-Eberhard Paulus, Regensburg 2007, S. 119-125.
Lehfeldt, Paul: Kapellendorf, in: Bau- und Kunstdenkmäler Thüringens, Band 18, Jena 1888.
Moszner, Karl: Eine burgenpflegerische Glanzleistung, in: Weimar, Ein Kulturspiegel für Stadt und Land 7, Heft 3, 1963.
Ders.: Die Wasserburg Kapellendorf. Ihre Geschichte und Baugeschichte, Weimar 1972.
Neumann, Gotthard: Unsere Ausgrabungen in der Wasserburg Kapellendorf, in: Thüringer Fähnlein, 2. Jg. Heft 12, 1933, S. 705-712.
Schuchardt, Hans: Die Wasserburg Kapellendorf, Weimar 1933.
Wäscher, Hermann: Die Baugeschichte der Wasserburg Kapellendorf, Halle 1961.
Weiner, Franz: Geschichte des Ortes Kapellendorf insbesondere seiner Burg und seines Klosters mit Berücksichtigung der früheren Amtsdörfer Frankendorf, Hammerstedt, Hohlstedt, Großschwabhausen, Stobra und Hermstedt, Weimar 1900.
Wittmann, Helge: Zur Frühgeschichte der Kirche von Kapellendorf, in: Die Kirche von Kapellendorf. Studien zu Geschichte und Architektur einer ländlichen Pfarr- und Klosterkirche, hg. v. Dems., Petersberg 2003, S. 11-29.